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Praktische Checkliste: Stand 2026
GGF-Checkliste 2026: Krankentagegeld optimal absichern und vGA vermeiden
Als GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch auf Lohnfortzahlung oder Krankengeld. Ohne vertragliche Regelung und private Absicherung entsteht ab dem ersten Krankheitstag eine vollständige Einkommenslücke. Diese Checkliste mit sieben Kernfragen zeigt Ihnen, ob Ihre aktuelle Absicherung ausreicht oder wo dringender Handlungsbedarf besteht.
Ohne gezielte Krankentagegeld-Absicherung riskieren Sie bei Krankheit Ihr Einkommen und die Existenz Ihrer GmbH. Dieser Artikel zeigt Ihnen mit einer klaren Checkliste, wie Sie sich und Ihr Unternehmen lückenlos absichern: rechtssicher, steueroptimiert und finanziell stabil.
Als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder UG nehmen Sie eine einzigartige Position ein. Sie sind nicht nur Angestellter, sondern auch Mitinhaber Ihres Unternehmens. Diese Doppelrolle bringt besondere Herausforderungen mit sich, insbesondere wenn es um Ihre persönliche Absicherung geht. Anders als normale Angestellte genießen Sie nicht den gleichen gesetzlichen Schutz, was im Krankheitsfall zu erheblichen finanziellen Risiken führen kann.
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Die besondere Situation von GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführern
GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer sind doppelt gefährdet: Kein gesetzlicher Schutz durch das Entgeltfortzahlungsgesetz und volles Unternehmerrisiko. Was die GmbH im Krankheitsfall zahlt, hängt ausschließlich vom Anstellungsvertrag ab. Fehlt die Regelung, entsteht sofort eine Versorgungslücke, die Privat- und Unternehmensvermögen gleichzeitig bedroht.
Warum eine spezifische Absicherung notwendig ist
Die Notwendigkeit einer maßgeschneiderten Absicherung ergibt sich aus drei Faktoren:
- Gesetzliche Lücken: Als Geschäftsführer fallen Sie nicht unter den Schutz des Entgeltfortzahlungsgesetzes. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Lohnfortzahlung oder Krankengeld.
- Höheres finanzielles Risiko: Ihr Ausfall hat direkte Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und die Liquidität der GmbH. Jeder Krankheitstag ohne Absicherung belastet beide Ebenen.
- Komplexe rechtliche und steuerliche Situation: Die Gestaltung Ihrer Absicherung muss sowohl persönliche als auch unternehmerische Aspekte berücksichtigen und dem Fremdvergleichsgrundsatz standhalten.
Bedeutung einer Krankentagegeld-Absicherung für Geschäftsführer
Ohne Absicherung drohen bei Krankheit vier parallele Risiken: Wegfall des persönlichen Einkommens, Belastung der GmbH-Liquidität durch Lohnfortzahlung, Kosten für eine Vertretung und langfristiger Verlust der Wettbewerbsposition. Eine durchdachte Krankentagegeld-Absicherung ist daher nicht nur persönliche Vorsorge, sondern auch ein wesentlicher Baustein der Unternehmensführung.
Risiken bei Krankheit oder Unfall
Als Gesellschafter-Geschäftsführer sind Sie das Herzstück Ihres Unternehmens. Ihre Arbeitskraft und Ihr Fachwissen sind entscheidend für den Erfolg und die Stabilität des Geschäfts. Was passiert, wenn Sie ausfallen?
- Kurzfristige Ausfälle können bereits erhebliche Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb haben.
- Bei längerfristigen Erkrankungen drohen nicht nur persönliche finanzielle Einbußen, sondern auch Risiken für das gesamte Unternehmen.
- Ohne adäquate Absicherung können Sie in eine Situation geraten, in der weder Ihr Gehalt noch die laufenden Kosten des Unternehmens gedeckt werden können.
Rechtliche Aspekte der Absicherung
Die rechtliche Situation von GmbH-Geschäftsführern ist klar geregelt, aber für viele überraschend:
- Anders als normale Arbeitnehmer haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
- Ihre Absicherung hängt ausschließlich von den Vereinbarungen in Ihrem Anstellungsvertrag und zusätzlichen Versicherungen ab.
- Die Gestaltung muss sowohl arbeitsrechtliche als auch steuerrechtliche Aspekte berücksichtigen, insbesondere den Fremdvergleichsgrundsatz zur Vermeidung einer verdeckten Gewinnausschüttung.
Mehr zu den rechtlichen Anforderungen und den fünf Pflichtklauseln im Anstellungsvertrag lesen Sie hier: GGF-Dienstvertrag: 5 Must-Haves zur Lohnfortzahlung .
Die Checkliste: 7 Kernfragen im Überblick
Die Checkliste umfasst sieben Kernfragen, die die wichtigsten Aspekte Ihrer Krankentagegeld-Absicherung abdecken. Wer alle sieben Fragen positiv beantworten kann, hat eine solide Grundlage. Wer auch nur eine Frage mit Nein beantwortet, hat konkreten Handlungsbedarf. Die Checkliste ersetzt keine professionelle Beratung, ist aber der strukturierte Ausgangspunkt dafür.
| Nr. | Frage | Was fehlt, wenn die Antwort Nein ist |
|---|---|---|
| 1 | Ist in Ihrem Anstellungsvertrag eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vereinbart? | Jede Gehaltszahlung im Krankheitsfall ist ohne Grundlage und wird als vGA eingestuft. |
| 2 | Beträgt die vereinbarte Lohnfortzahlungsdauer zwölf Monate? | Der DKV Tarif TL kann nicht optimal eingesetzt werden. Ungesicherte Zeiträume entstehen. |
| 3 | Ist Ihr sozialversicherungsrechtlicher Status verbindlich geklärt? | Die Absicherung über die GmbH-Ebene ist steuerlich angreifbar. Nachzahlungsrisiko. |
| 4 | Hat die GmbH den DKV Tarif TL als Rückendeckungsversicherung abgeschlossen? | Die GmbH-Liquidität ist im Krankheitsfall direkt gefährdet. Kein Betriebsausgabenabzug. |
| 5 | Stimmt die Versicherungssumme des Tarif TL exakt mit dem Bruttogehalt laut Anstellungsvertrag überein? | Überversicherung führt zur Leistungskürzung. Unterversicherung hinterlässt eine ungesicherte Lücke. |
| 6 | Haben Sie den DKV Tarif KTAG mit Leistungsbeginn ab dem 365. Tag privat abgeschlossen? | Ab dem 366. Krankheitstag besteht kein Einkommensschutz mehr. Vollständige Versorgungslücke. |
| 7 | Ist der nahtlose Übergang vom Krankentagegeld zur BU-Rente durch die ERGO Basis-Rente mit AU-Klausel geregelt? | Bei Berufsunfähigkeit entsteht eine Lücke zwischen Ende des Krankentagegeldes und Beginn der BU-Rente. |
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Detaillierte Erläuterung der Checklistenpunkte
Jeder der sieben Checklistenpunkte hat eine eigene steuerliche, rechtliche oder versicherungsrechtliche Dimension. Die größten Risiken liegen bei fehlender Lohnfortzahlungs- klausel, ungeklärtem Sozialversicherungsstatus und fehlender zweiter Absicherungsstufe ab Tag 365. Alle sieben Punkte hängen zusammen und können nicht isoliert betrachtet werden.
Punkt 1: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Eine vertragliche Lohnfortzahlungsklausel ist die Grundvoraussetzung für alle weiteren Absicherungsbausteine. Ohne sie hat die GmbH keine rechtliche Grundlage für die Gehaltszahlung im Krankheitsfall. Das Finanzamt wertet jede trotzdem geleistete Zahlung als verdeckte Gewinnausschüttung. Die Klausel muss schriftlich, vorab vereinbart und durch einen Gesellschafterbeschluss genehmigt sein.
Punkt 2: Dauer der Lohnfortzahlung
Wir empfehlen ausdrücklich zwölf Monate Lohnfortzahlung. Nur so kann der DKV Tarif TL optimal eingesetzt werden und der nahtlose Übergang zum Tarif KTAG ab dem 365. Tag gewährleistet werden. Eine kürzere Lohnfortzahlungsdauer hinterlässt einen ungesicherten Zeitraum und nutzt das Absicherungspotenzial des Tarif TL nicht vollständig aus.
Punkt 3: Sozialversicherungsrechtlicher Status
Ohne verbindlichen Statusbescheid der Deutschen Rentenversicherung ist die steuerliche Anerkennung der GmbH-Absicherung angreifbar. Seit dem 1. April 2022 ist das Statusfeststellungsverfahren obligatorisch. Das Ergebnis ist die Voraussetzung für den Abschluss des Tarif TL als Betriebsausgabe der GmbH. Mehr dazu: Statusfeststellung für GGF: Alle Infos .
Punkt 4: DKV Tarif TL als Rückendeckungsversicherung
Der Tarif TL ist die einzige Lösung, bei der die GmbH die Beiträge als Betriebsausgabe absetzt und im Krankheitsfall das Krankentagegeld direkt empfängt. Die GmbH-Liquidität bleibt vollständig erhalten. Das volle Bruttogehalt bis 15.600 Euro monatlich ist für bis zu zwölf Monate abgesichert. Mehr dazu: DKV Tarif TL: Alle Details .
Punkt 5: Abstimmung von Versicherungssumme und Bruttogehalt
Die Versicherungssumme im Tarif TL muss exakt dem vertraglich vereinbarten Bruttogehalt entsprechen. Überversicherung führt zur anteiligen Leistungskürzung und riskiert eine vGA-Einstufung. Unterversicherung hinterlässt eine ungesicherte Lücke, die aus der GmbH-Liquidität gedeckt werden muss. Bei jeder Gehaltserhöhung müssen Anstellungsvertrag, Gesellschafterbeschluss und Versicherungsvertrag synchronisiert werden.
Punkt 6: DKV Tarif KTAG ab Tag 365
Nach zwölf Monaten endet die Lohnfortzahlung durch die GmbH und damit die Leistung aus dem Tarif TL. Der DKV Tarif KTAG, den der GGF privat abschließt, sichert bis zu 80 Prozent des Bruttoeinkommens ab dem 365. Krankheitstag nahtlos an. Die Beiträge zum Tarif KTAG zahlt der GGF privat und kann sie steuerlich nicht geltend machen. Ohne diesen Baustein besteht ab Tag 366 keine Absicherung mehr.
Punkt 7: Nahtloser Übergang zur BU-Rente
Die ERGO BU-Rente mit AU-Klausel zahlt bereits bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit, bevor eine formelle Berufsunfähigkeit festgestellt ist. Damit schließt sie die Lücke zwischen dem Ende des Krankentagegeldes und dem Beginn der BU-Rente vollständig. Mehr dazu: Nahtloser Übergang KTG zur BU-Rente .
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Auswertung der Checkliste und Handlungsempfehlungen
Aus den sieben Kernfragen ergeben sich sechs typische Szenarien mit konkretem Handlungsbedarf. Das häufigste und teuerste: keine vertragliche Lohnfortzahlung trotz jahrelanger Gehaltszahlungen im Krankheitsfall. Das zweitteuerste: Lohnfortzahlung vertraglich geregelt, aber ohne Rückendeckungsversicherung der GmbH. In beiden Fällen ist sofortiger Handlungsbedarf gegeben.
Szenario 1: Optimale Absicherung
Wenn Sie alle sieben Fragen positiv beantworten können, ist Ihre Absicherung gut aufgestellt.
- Überprüfen Sie Ihre Absicherung dennoch jährlich auf Aktualität.
- Passen Sie die Versicherungssumme bei Gehaltserhöhungen sofort an.
- Behalten Sie Gesetzesänderungen und Rechtsprechungsentwicklungen im Blick.
Szenario 2: Keine vertragliche Lohnfortzahlung
Wenn Ihr Anstellungsvertrag keine Lohnfortzahlungsklausel enthält, besteht dringender Handlungsbedarf.
- Passen Sie den Anstellungsvertrag umgehend an. Eine Lohnfortzahlung von zwölf Monaten ist zwingend zu vereinbaren.
- Fassen Sie einen Gesellschafterbeschluss vor Vertragsabschluss.
- Lassen Sie die Vertragsänderung durch einen Rechtsbeistand und Steuerberater prüfen.
- Schließen Sie parallel den DKV Tarif TL über die GmbH ab.
Szenario 3: Zu kurze Lohnfortzahlung
Wenn die vereinbarte Lohnfortzahlung weniger als zwölf Monate beträgt, ist eine Anpassung erforderlich.
- Verlängern Sie die Lohnfortzahlung auf zwölf Monate durch Vertragsanpassung und Gesellschafterbeschluss.
- Passen Sie gleichzeitig die Karenztage im Tarif TL an, damit kein ungesicherter Zeitraum entsteht.
- Stimmen Sie die Konfiguration mit Ihrem Steuerberater ab.
Szenario 4: Fehlende Rückendeckungsversicherung
Wenn die GmbH keinen Tarif TL abgeschlossen hat und die Lohnfortzahlung aus eigenen Mitteln finanziert, ist sofortige Korrektur erforderlich.
- Schließen Sie den DKV Tarif TL über die GmbH ab, nachdem Statusbescheid, Anstellungsvertrag und Gesellschafterbeschluss vorliegen.
- Stimmen Sie die Versicherungssumme exakt auf das Bruttogehalt ab.
- Nutzen Sie den Betriebsausgabenabzug der Beiträge zur steuerlichen Optimierung.
Szenario 5: Fehlende zweite Absicherungsstufe ab Tag 365
Wenn kein Tarif KTAG ab dem 365. Tag abgeschlossen ist, besteht ab dem 366. Krankheitstag keine Absicherung mehr.
- Schließen Sie den DKV Tarif KTAG privat ab, mit Leistungsbeginn ab dem 365. Krankheitstag.
- Sichern Sie bis zu 80 Prozent des Bruttoeinkommens ab.
- Die Beiträge sind privat zu zahlen und steuerlich nicht absetzbar.
Szenario 6: Ungeklärter Sozialversicherungsstatus
Wenn kein verbindlicher Statusbescheid der Deutschen Rentenversicherung vorliegt, ist die gesamte Absicherungsstrategie angreifbar.
- Beantragen Sie sofort das Statusfeststellungsverfahren bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund.
- Ziehen Sie einen Steuerberater und Fachanwalt für Sozialversicherungsrecht hinzu.
- Schließen Sie den Tarif TL erst nach Vorliegen des Statusbescheids ab.
Steuerliche Aspekte der Krankentagegeld-Absicherung
Die steuerliche Behandlung der GGF-Absicherung hat drei Ebenen: Die Beiträge zum Tarif TL sind für die GmbH Betriebsausgaben. Die Leistung fließt steuerneutral durch die GmbH. Der GGF versteuert das weitergeleitete Gehalt als normales Arbeitseinkommen. Fehler in der Konfiguration führen zur vGA mit Doppelbesteuerung auf GmbH-Ebene und auf Ebene des GGF.
Steuerliche Behandlung der Beiträge
Beiträge zu einer Krankentagegeld- versicherung, die die GmbH für den Geschäftsführer abschließt, können als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, sofern die Gesamtvergütung des Geschäftsführers angemessen ist. Bei überhöhten Beiträgen oder unangemessener Gesamtvergütung besteht das Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung.
Steuerliche Auswirkungen der Leistungen
Im Leistungsfall gilt folgende steuerliche Behandlung:
- Lohnfortzahlung durch die GmbH: Die Lohnfortzahlung wird wie normales Gehalt behandelt und ist für den Geschäftsführer steuerpflichtig. Für die GmbH ist das Krankentagegeld ein steuerneutraler Durchlaufposten.
- Tarif KTAG ab Tag 365: Die Leistungen aus dem privat abgeschlossenen Tarif KTAG sind für den GGF steuerfrei. Die Beiträge sind jedoch nicht als Betriebsausgabe absetzbar.
Optimierungsmöglichkeiten
- Prüfen Sie mit Ihrem Steuerberater, ob die GmbH oder Sie privat die Versicherung abschließen sollten. Für den Tarif TL ist die GmbH als Versicherungsnehmer zwingend.
- Betrachten Sie die Gesamtvergütung einschließlich aller Nebenleistungen, um eine angemessene und steueroptimierte Struktur zu finden.
- Bei hohen Einkommen kann eine Kombination aus Tarif TL über die GmbH und Tarif KTAG privat die optimale steuerliche Gesamtlösung sein.
Wichtiger Hinweis: Die steuerliche Behandlung hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Ziehen Sie unbedingt einen Steuerberater hinzu, um die für Sie optimale Lösung zu finden. Dies ist keine Steuerberatung.
Fallbeispiel: Ein Gesellschafter-Geschäftsführer optimiert seine Absicherung
Ein 45-jähriger GGF mit 60 Prozent GmbH-Beteiligung und 12.000 Euro Bruttogehalt hatte bei Anwendung der Checkliste vier von sieben Punkten nicht erfüllt. Nach Statusfeststellung, Vertragsanpassung auf zwölf Monate Lohnfortzahlung, Abschluss des Tarif TL über die GmbH und Tarif KTAG privat ist er heute vollständig und steueroptimiert abgesichert.
Realer Mandantenfall, anonymisiert dargestellt.
Ausgangssituation
Michael S. ist 45 Jahre alt und Gesellschafter-Geschäftsführer einer erfolgreichen IT-Beratungs-GmbH. Er hält 60 Prozent der Unternehmensanteile.
- Monatliches Bruttogehalt: 12.000 Euro
- Privat krankenversichert
- Anstellungsvertrag sieht eine Lohnfortzahlung von sechs Wochen vor
- Keine Rückendeckungsversicherung über die GmbH
- Sozialversicherungsrechtlicher Status nie formal geprüft
Anwendung der Checkliste
| Checklistenpunkt | Ergebnis |
|---|---|
| 1. Lohnfortzahlung vertraglich vereinbart | ✅ |
| 2. Lohnfortzahlungsdauer zwölf Monate | ❌ |
| 3. Sozialversicherungsstatus verbindlich geklärt | ❌ |
| 4. DKV Tarif TL über GmbH abgeschlossen | ❌ |
| 5. Versicherungssumme stimmt mit Bruttogehalt überein | ✅ |
| 6. DKV Tarif KTAG ab Tag 365 privat abgeschlossen | ❌ |
| 7. Nahtloser Übergang zur BU-Rente geregelt | ❌ |
Getroffene Maßnahmen
- Statusfeststellung: Das Verfahren ergab: Michael S. ist aufgrund seiner 60-Prozent-Beteiligung nicht sozialversicherungspflichtig. Der Statusbescheid liegt jetzt dokumentiert vor.
- Vertragsanpassung: Die Lohnfortzahlung wurde durch Vertragsänderung und Gesellschafterbeschluss auf zwölf Monate verlängert.
- DKV Tarif TL über GmbH: Versicherungssumme 12.000 Euro monatlich, Leistungsbeginn ab dem 15. Karenztag. GmbH setzt Beiträge als Betriebsausgabe ab.
- DKV Tarif KTAG privat: Leistungsbeginn ab dem 365. Tag, Absicherung bis zu 80 Prozent des Bruttoeinkommens. Nahtloser Anschluss an Tarif TL.
- ERGO Basis-Rente mit AU-Klausel: Nahtloser Übergang vom Krankentagegeld zur BU-Rente ist jetzt geregelt.
Ergebnis
Michael S. hat nach Umsetzung der Maßnahmen eine lückenlose Absicherungskette:
- Tag 1 bis Tag 365: Volles Bruttogehalt von 12.000 Euro monatlich, refinanziert durch DKV Tarif TL über die GmbH.
- Ab Tag 365: Bis zu 80 Prozent des Bruttoeinkommens über DKV Tarif KTAG privat.
- Bei Berufsunfähigkeit: ERGO Basis-Rente mit AU-Klausel zahlt nahtlos ohne Wartezeit auf formellen BU-Bescheid.
Dieses Beispiel zeigt: Die systematische Anwendung der Checkliste führt zu einer deutlichen Verbesserung der Absicherungssituation. Entscheidend ist nicht ein einzelner Baustein, sondern das abgestimmte Zusammenspiel aller sieben Punkte.
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Laden Sie die vollständige Checkliste herunter und gehen Sie Ihre sieben Kernfragen Schritt für Schritt durch.
FAQ: Krankentagegeld-Absicherung für GmbH-Geschäftsführer
Warum reicht die gesetzliche Absicherung für GmbH-Geschäftsführer nicht aus?
Die meisten Gesellschafter-Geschäftsführer fallen nicht unter das Entgeltfortzahlungsgesetz und sind oft nicht sozialversicherungspflichtig. Das bedeutet: kein gesetzlicher Anspruch auf Lohnfortzahlung oder Krankengeld. Ohne vertragliche Regelung und private Absicherung entsteht im Krankheitsfall sofort eine vollständige Versorgungslücke, die Privatvermögen und GmbH-Liquidität gleichzeitig bedroht.
Muss die Lohnfortzahlung im Anstellungsvertrag geregelt sein?
Ja, unbedingt. Nur wenn die Lohnfortzahlung vertraglich, schriftlich und vorab vereinbart ist, hat die GmbH eine rechtliche Grundlage für die Gehaltszahlung im Krankheitsfall. Fehlt die Regelung, wertet das Finanzamt jede trotzdem geleistete Zahlung als verdeckte Gewinnausschüttung mit erheblichen steuerlichen Konsequenzen. Wir empfehlen eine Lohnfortzahlungsdauer von zwölf Monaten.
Kann die GmbH das Krankentagegeld für den Geschäftsführer abschließen und als Betriebsausgabe absetzen?
Ja. Wenn die GmbH den DKV Tarif TL abschließt und die Beiträge aus dem Betriebsvermögen zahlt, sind diese als Betriebsausgabe abzugsfähig, sofern der Anstellungsvertrag eine Lohnfortzahlungsklausel enthält, ein Gesellschafterbeschluss vorliegt und die Versicherungssumme exakt dem Bruttogehalt entspricht. Das bietet erhebliche Steuervorteile, muss aber korrekt gestaltet sein, um eine verdeckte Gewinnausschüttung zu vermeiden.
Wie hoch sollte die Krankentagegeldabsicherung sein?
Die Absicherung sollte dem vertraglich vereinbarten Bruttogehalt des GGF laut Anstellungsvertrag entsprechen. Im Tarif TL sind bis zu 15.600 Euro monatlich versicherbar, entsprechend 520 Euro täglich. Die Versicherungssumme darf das Bruttogehalt nicht übersteigen, um eine Überversicherung und damit eine vGA-Einstufung zu vermeiden. Ab dem 365. Krankheitstag sichert der Tarif KTAG bis zu 80 Prozent des Bruttoeinkommens ab.
Was ist besser: Krankentagegeld oder Berufsunfähigkeitsversicherung?
Beides ist wichtig und ergänzt sich. Das Krankentagegeld greift bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit ab dem ersten Tag bis zu zwölf Monaten über den Tarif TL und darüber hinaus über den Tarif KTAG. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet bei dauerhafter Unfähigkeit, den Beruf auszuüben. Die ERGO Basis-Rente mit AU-Klausel schließt die Lücke zwischen beiden: Sie zahlt bereits bei Arbeitsunfähigkeit, bevor die formelle BU-Feststellung vorliegt.
Wie erkenne ich, ob meine aktuelle Absicherung lückenhaft ist?
Nutzen Sie die Checkliste aus diesem Artikel: sieben Kernfragen zeigen auf einen Blick, ob Ihr Anstellungsvertrag, Ihr Sozialversicherungsstatus und Ihre bestehenden Versicherungen ausreichen. Wer auch nur eine der sieben Fragen mit Nein beantwortet, hat konkreten Handlungsbedarf. Laden Sie die vollständige Checkliste als PDF herunter und lassen Sie Ihre Situation professionell prüfen.
Wer benötigt eine spezielle Krankentagegeld-Absicherung?
Eine spezielle Absicherung ist besonders wichtig für: Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder UG, nicht sozialversicherungspflichtige Geschäftsführer, privat krankenversicherte Geschäftsführer und Geschäftsführer mit einem Bruttogehalt über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung.
Was ist bei einem Wechsel der Geschäftsführerposition zu beachten?
Bei einem Wechsel der Geschäftsführerposition sollten Sie vier Punkte prüfen: Übertragbarkeit oder Anpassungsbedarf der bestehenden Absicherung, Klärung des neuen sozialversicherungsrechtlichen Status, Anpassung der Krankentagegeldversicherung an das veränderte Einkommen und Prüfung, ob in der neuen Position andere oder zusätzliche Absicherungen notwendig sind.
Wie unterscheidet sich die Absicherung für Gesellschafter-Geschäftsführer von der für normale Angestellte?
Normale Angestellte haben gesetzlichen Anspruch auf sechs Wochen Lohnfortzahlung und anschließend 78 Wochen Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung. Für GGF gilt dieses Netz nicht. Alles muss vertraglich geregelt sein. Gleichzeitig hat der GGF Möglichkeiten, die einem Angestellten nicht zur Verfügung stehen: die Absicherung über die GmbH-Ebene mit Betriebsausgabenabzug der Beiträge und Absicherung des vollen Bruttogehalts bis 15.600 Euro monatlich.
Hinweis in eigener Sache
Alle Informationen auf dieser Seite beruhen ausschließlich auf meiner über 40-jährigen Beratungserfahrung als Versicherungsfachwirt BAV. Sie stellen weder eine Rechtsberatung noch eine Steuerberatung dar und können eine solche auch nicht ersetzen.
Nehmen Sie für die rechtliche und steuerliche Prüfung Ihrer individuellen Situation unbedingt einen Steuerberater und einen auf GmbH-Recht oder Sozialversicherungsrecht spezialisierten Rechtsbeistand mit ins Boot. Meine Aufgabe ist die optimale versicherungstechnische Absicherung nach geklärtem Status.
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Über den Autor
Bodo Kopka
Bodo Kopka ist Gründer von Krankengelder.com und gilt als führender Experte für Krankentagegeld in Deutschland. Seit über 40 Jahren berät er Selbstständige, Freiberufler und GmbH-Geschäftsführer zur finanziellen Absicherung bei Krankheit und Arbeitsunfähigkeit.
Sein Ziel: Einkommensausfälle vermeiden, Genesung ermöglichen, die wirtschaftliche Existenz schützen. Auf diesem Blog finden Sie über 500 Fachartikel rund um Krankentagegeld und intelligente Vorsorgestrategien.